Samstag, 25.03.2017

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Südliches Afrika
 


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Das Südliche Afrika lässt sich nur schwer definieren, auch wenn es sich zunächst um eine rein geographische Bezeichnung handelt. Seit der Gründung und der schrittweisen Erweiterung der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC) wird das Südliche Afrika mit diesem regionalen Zusammenschluss identifiziert. Hervorgegangen ist die SADC aus der SADCC, der South African Development Coordination Conference. Das war der Zusammenschluss der Frontstaaten Angola, Sambia, Simbabwe, Tansania, Mosambik, Botswana, Lesotho, Malawi, Swasiland und Namibia gegen das Apartheidsregime Südafrikas. Nach der Überwindung der politischen Apartheid kamen Südafrika, Mauritius, die Seychellen und die Demokratische Republik Kongo hinzu. In ihrer aktuellen Konstellation geht die SADC auf das Windhoek-Abkommen von 1992 zurück, das die SADCC in die SADC umwandelte.

Die SADC ist eine heterogene Ländergruppe, deren Konstellation sowohl geographisch als auch geschichtlich, ideologisch und wirtschaftlich motiviert ist. Diese Heterogenität spiegelt sich in der Umsetzung der gemeinsamen Projekte der Gemeinschaft wider. So bleiben die definierten ökonomischen Ziele wie die Schaffung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums, einer Zollunion und einer gemeinsamen Währung hinter dem Zeitplan zurück. Vor allem die politischen Ziele, die in der Konsolidierung der Demokratie Ausdruck finden sollten, haben in den letzen Jahren große Rückschritte erlitten:
  1. In einer großen Zahl von Ländern regieren ehemalige Befreiungsbewegungen oder Unabhängigkeitsparteien ununterbrochen. Dies führt zu einem Demokratie-Verständnis mit einer Neigung zu Autoritarismus und Intoleranz. Das Südliche Afrika hätte von der politischen Landschaft her zu einem Vorbild für in afrikanisch-politischen Traditionen verwurzelte Demokratien werden können: Demokratien, die Partizipation und Verantwortlichkeit ermöglichen, ohne in die Gefahr der Polarisierung der Gesellschaften zu geraten. Befreiungsbewegungen hätten das Potential, Kompromisse zu erleichtern, da sie viele verbindliche Elemente vorweisen. Leider wird dieses Potential in der Blindheit und im Egoismus einiger Eliten, die Partikularinteressen verfolgen, erstickt.
  2. Die Landfrage ist in dieser Region (vor allem in Simbabwe, Namibia, Südafrika, Angola und Mosambik) aufgrund kolonialer Enteignungen und Umsiedlungen sehr brisant.
  3. Südafrika nimmt in der Region und in Afrika überhaupt eine bedeutende Stellung ein. Darin steckt eine Chance für wichtige Impulse, aber daraus ergibt sich gleichzeitig ein großes Konfliktpotential, mit dem die Region im Interesse aller umzugehen lernen muss.
  4. Die Mitgliedschaften vieler SADC-Länder auch in anderen Zusammenschlüssen (East African Community, COMESA, Zentralafrikanische Entwicklungsgemeinschaft) erschweren den Prozess der regionalen Integration.
  5. Zerstörerisch für die regionale Integration wirken die Verhandlungen um die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit der EU, die die Länder des Südlichen Afrika gegeneinander ausspielt und den Handlungsspielraum des Südlichen Afrika gegenüber anderen Regionen kontrollieren will.
Aufgrund  begrenzter Ressourcen kann KASA nicht das gesamte Südliche Afrika abdecken. Schwerpunktmäßig konzentriert sich die KASA in ihrer laufenden Arbeit auf Südafrika, Simbabwe, Namibia und Sambia. Gelegentlich gibt es Berührungspunkte mit anderen Ländern der Region, so zum Beispiel mit Botswana oder mit der D.R. Kongo, vor allem wenn es um Rohstoffförderung geht.




 

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