Samstag, 25.03.2017

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Migration
 


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Mit der rasanten Entwicklung moderner Transporttechnologien sind in den letzten Jahren die Kosten der Raumüberwindung gesunken. Das hat Auswirkungen auf den schnellen und intensiven Austausch von Waren und Dienstleistungen - und auf die Mobilität von Menschen, etwa in Form des Massentourismus oder der (vom Umfang her viel bedeutsameren) Migration. Im Rahmen der Globalisierung hat die Zahl der Menschen zugenommen, die aufgrund politischer und religiöser Verfolgung, Kriege, wirtschaftlicher Not und aus sozialen Gründen ihre Heimat verlassen, um in der Fremde nach neuen Perspektiven zu suchen. Während die Bewegungsfreiheit für Kapital, Waren, Dienstleistungen und für Menschen mit hohen akademischen Qualifikationen und der Massentourismus gewünscht und gefördert werden, wird sie für alle Menschen erschwert, die nicht in die Strategien der neoliberalen Globalisierung passen.

Auch das Südliche Afrika ist mit Migrationbewegungen konfrontiert, wie das am Beispiel Südafrikas deutlich wird. Über die Hälfte der Bevölkerung Südafrikas lebt unter der Armutsgrenze. Trotzdem gilt Südafrika in der Region aufgrund seiner Wirtschaftskraft als Insel des Wohlstands. Aus vielen Teilen Afrikas und vor allem aus den politisch instabilen Ländern des Südlichen Afrika suchen zahlreiche Menschen den Weg nach Südafrika. Allein schätzungsweise drei Millionen Menschen aus Simbabwe leben dort. Die Konkurrenz mit der lokalen Bevölkerung um die wenigen vorhandenen Arbeitsplätze und um den Zugang zu sozialen Dienstleistungen führt oft zu Konflikten.

Außerdem leidet das Südliche Afrika unter dem so genannten Brain Drain. Tausende Universitätsabsolventen überqueren die Grenzen innerhalb der Region und noch mehr verlassen jedes Jahr die Region, um im Ausland nach Arbeit zu suchen. Dies verursacht einen Mangel an Fachkräften in vielen Bereichen und vor allem in der Gesundheitsversorgung, was den Aufbau einer zukunftsfähigen medizinischen Versorgung konterkariert. Von dieser Entwicklung profitieren die Industrieländer, indem sie mit ihren Angeboten besserer Verdienstmöglichkeiten und Fortbildungschancen ihren Fachkräftemangel mit der Abwerbung im Südlichen Afrika ein Stückweit kompensieren.

Vor diesem Hintergrund setzt sich die KASA in diesem Themenbereich das Ziel, die Zusammenhänge zwischen einer zerstörerischen Weltwirtschaft und der Migration zu reflektieren und zur Formulierung zukunftsfähiger Antworten beizutragen. Die Berücksichtigung struktureller Gründe von Migration und vor allem der lösungsorientierte Umgang mit der Problematik werden in der Zukunft angesichts des Klimawandels, der massive Migrationsbewegungen hervorrufen wird, an Brisanz gewinnen. Auch das Brain Drain-Phänomen als Herausforderung für die Politikgestaltung im Südlichen Afrika verlangt innovative Ansätze, für die es sich lohnt, eine kritische Öffentlichkeit herzustellen.




 

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