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06.12.2013
KASA Newsletter 3/2013
 


Editorial


Liebe LeserInnen,
Liebe TrägerInnen, PartnerInnen und FreundInnen,

gestern Abend erreichte uns die Nachricht, dass Nelson Mandela gestorben ist. Auch wenn wir es erwartet haben, auch wenn er 95 Jahre alt werden durfte und zuletzt sehr krank und hinfällig war, so ist dieser Moment doch eine Zäsur für Südafrika. Sein Leben ist zum Symbol geworden, Ausdruck der Hoffnung auf Frieden, Versöhnung und eine bessere Zukunft. Deren Umsetzung und die Verantwortung dafür liegen nun ganz in den Händen seiner Nachfolger. Wir lassen ihn ziehen und werden uns an ihn erinnern: Hamba Kahle Madiba!

Unser Newsletter beschäftigt sich wieder intensiv mit Simbabwe. Dies liegt unter anderem daran, dass – anders als zunächst geplant – unser wöchentlicher Newsletter "Simbabwe aktuell" nach den Wahlen vom 31. Juli aus vielerlei Gründen leider nicht weiter erscheinen konnte: Einerseits war die Zivilgesellschaft nach dem überwältigenden Sieg der ZANU-PF so paralysiert, dass es einige Zeit dauerte, bis die ersten Reaktionen zu hören waren. Nach wie vor kämpfen die Organisationen um eine Neudefinition und Neuorientierung jenseits des "regime change", den wir in den kommenden Monaten verfolgen werden. Andererseits veränderten sich die Themen, die wir im Newsletter fokussiert hatten, mit der Wahl und der neuen Regierung, so dass das ursprüngliche Konzept nicht mehr aufrecht zu erhalten war. Wir wollen uns in Zukunft verstärkt auf konkrete politische und wirtschaftliche Fragen – hierzu ein Artikel von Martin Gück – und auf Basisorganisationen konzentrieren; den Anfang macht hier der Artikel unserer Schweizer Kollegin Barbara Müller (FEPA) über den Kampf einer Dorfgemeinschaft in Chisumbanje gegen die Machenschaften einer Ethanolfabrik.
Südafrika ist der zweite Schwerpunt des Newsletters. Hier knüpfen wir zunächst an die Broschüre zum Farmarbeiterstreik im Western Cape an und geben ein Update über die Verfahren und Diskussionen rund um die Aufarbeitung des Marikana-Massakers. Die Verbindung mit Simbabwe stellt der Artikel über eine sehr spannende Tagung zur Landfrage im Südlichen Afrika her, die im November in Basel stattgefand.
An welchen Themen und Prozessen wir sonst noch arbeiten, bildet sich in den restlichen Artikeln ab. Wir freuen uns wie immer, wenn wir Kommentare und Rückmeldungen dazu erhalten!
In Anbetracht der oben beschriebenen Situation werden wir den bisherigen AbonnentInnen des Simbabwe-Newsletters fortan unseren "KASA Newsletter" zusenden. Sollte dies von Ihnen und Euch nicht weiter gewünscht sein, lässt sich der Newsletter hier abbestellen.

Allen wünschen wir eine anregende Lektüre, gesegnete Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Herzliche Grüße aus Heidelberg,
das KASA-Team


Hamba Kahle Nelson Mandela

Es gibt wohl kaum eine Persönlichkeit des 21. Jahrhunderts, die so bekannt ist wie Nelson Mandela und gleichzeitig in der öffentlichen Wahrnehmung einen derartigen Wandel vollzogen hat. Für Margret Thatcher war und blieb er der Inbegriff eines Terroristen; für den Be-freiungskampf in Südafrika war er das Symbol für Widerstand gegen ein totalitäres Regime, das vor nichts zurückschreckte. Als er gemeinsam mit Willem de Klerk den Friedensnobelpreis entgegennahm, stand sein Land immer noch am Rande eines Bürgerkriegs, den er durch sein Verhandlungsgeschick und seine Vision für ein anderes Südafrika verhindern konnte – zu einem hohen Preis, wie wir heute wissen.
Er war das leuchtende Vorbild für Frieden und Versöhnung, nicht nur für Südafrika. Und be-sonders ein Vorbild für all die Präsidenten, die nach der Befreiung ihrer Länder von kolonialen und rassistischen Systemen an der Macht festhalten und allzu oft den Willen ihrer Bevölkerung missachten. Nelson Mandela starb am 5. Dezember im Alter von 95 Jahren nach langer Krankheit.
von Boniface Mabanza und Simone Knapp | weiterlesen


Simbabwe nach den Wahlen: Politische Grabenkämpfe statt sozio-ökonomischer Transformation

Vier Monate nach den nationalen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen und 100 Tage nach Amtsantritt der neuen ZANU-PF-Regierung unter dem alten Präsidenten Robert Muga-be gibt es aus Simbabwe wenig Neues und noch weniger Erfreuliches zu berichten. Darin stimmen die Beobachter und Kommentatoren der jüngsten Entwicklungen in dem unter der vormaligen Regierung der Nationalen Einheit von absolutem politischen Stillstand geplagten Land auf breiter Front überein.
von Martin Gück | weiterlesen


Ethanolfabrik in Chisumbanje – Bauern wehren sich gegen Vertreibung

Greenfuel – die größte und modernste Ethanol Fabrik Afrikas – steht im Südosten von Sim-babwe. In dieser ökologisch wenig geeigneten Gegend sollen dann einmal 40.000 Hektar mit Zuckerrohr bebaut werden. Die ansässigen KleinbäuerInnen wurden vertrieben – ihre Ernte zerstört. Die meisten von ihnen warten noch immer auf Entschädigung und Ersatzland. Seit Oktober ist in Simbabwe per Dekret des Präsidenten nur noch Benzin mit zehn Prozent Ethanol erhältlich. Ab März 2014 soll dieser Anteil auf 20 Prozent erhöht werden.
von Barbara Müller | weiterlesen


Landkonflikte im Südlichen Afrika – neue Trends oder alte Probleme?

Die Schweizer Organisationen KEESA, Solifonds und das Afrika-Komitee organisierten am 15./16. November in den Basler Afrikabibliographien eine hochranging besetzte Tagung zu Landkonflikten im Südlichen Afrika, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, „ im Dialog mit Be-troffenen, Involvierten und Forschenden die Frage einer nachhaltigen Landreform neu zu stellen“. Dies ist ihr mit Sicherheit gelungen, doch geht diese Fragestellung weit genug angesichts der drängenden Probleme wie Landgrabbing oder gar Klimawandel? Und wo sind die Ansatzpunkte für die Arbeit deutscher NGOs und Solidaritätsgruppen?
von Simone Knapp | weiterlesen


Das Recht auf ein menschenwürdiges Leben – auch für FarmarbeiterInnen!

Ryno Filander und Mercia Andrews nahmen auf Einladung von KEESA  in Basel als ReferentInnen der Tagung „Landkonflikte im Südlichen Afrika: Aktuelle Entwicklungen in Zimbabwe und Südafrika“ teil. Mercia leitet den Trust for Community Outreach and Education TCOE. Zu diesem langjähriger KASA-Partner gehört auch das Mawubuye Land Rights Forum, das durch Ryno bei der Tagung vertreten war. Er ist darüber hinaus Mitglied in der Farmarbeitergewerkschaft CSAAWU und an den FarmarbeiterInnenstreiks im Western Cape beteiligt.
von Simone Knapp | weiterlesen


Neue Erkenntnisse im Marikana-Prozess

Bei einem massiven Streik der Bergleute in dem südafrikanischen Bergwerk von Marikana war es im August 2012 zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Dabei wurden am 16. August 34 Bergarbeiter durch Schüsse der Polizei getötet und 78 verwundet. Die Untersuchungskommission, kürzlich von Präsident Jacob Zuma bis zum 30. April 2014 verlängert, war über die Monate hinweg mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert allen voran den Falschaussagen der Polizei, die sich durch die Verfälschung von Beweismaterial der Verantwortung für das Massaker zu entziehen versuchte.      
von Fabian Staudenmeyer | weiterlesen


EPA-Verhandlungen nach zehn Jahren am Scheideweg: Afrikanische EPA-Regionen müssen sich entscheiden

Seit 10 Jahren verhandeln Länder Afrikas, der Karibik und des Pazifischen Raumes (AKP-Staaten) mit der Europäischen Union über die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPAs). Nachdem die Europäische Kommission unlängst mit einer Initiative, die an Arroganz kaum zu überbieten ist, einseitig eine Frist gesetzt hat, der zufolge all jene AKP-Staaten, die keine Least Developed Countries (LDC) sind und bis zum 1. Oktober 2014 kein EPA ratifiziert haben, den im Rahmen des Lomé-Abkommens gewährten präferentiellen Marktzugang zur EU verlören, stehen die afrikanischen EU-Partnerländer unter Druck.  Vom 8. bis zum 9. Oktober trafen sich VertreterInnen der zu den EPAs arbeitenden zivilgesellschaftlichen Organisationen in Harare. In ihrer Stellungnahme rufen sie die Entscheidungsträger in ihren Ländern auf, die EPAs aufzugeben und neue Kooperationsmodelle mit der Europäischen Union anzustreben.
von Boniface Mabanza | weiterlesen


Der Völkermord in Namibia: Anerkennung und Wiedergutmachung stehen immer noch aus

Um an den Völkermord an den Herero und Nama durch Kolonialtruppen des Deutschen Reiches sowie die bis heute ausstehenden Reparationen zu erinnern, organisierte die KASA Ende Oktober/Anfang November in Kooperation mit Prof. Reinhart Kössler vom Arnold-Bergstraesser-Institut für Ida Hoffmann, die Vorsitzende des Nama Technical Committees, eine Veranstaltungsreise. Neben Heidelberg standen Berlin, Bochum, Freiburg und Basel auf dem Programm. In Heidelberg fand die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Schwarzweiss statt, einer Gruppe von StudentInnen und jungen WissenschaftlerInnen, die sich unter anderem mit postkolonialen, migrationsspezifischen und genderbezogenen Fragestellungen beschäftigen.
von Simone Knapp | weiterlesen


Impressum

Herausgegeberin:
KASA – Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika
im WeltHaus Heidelberg, Willy-Brandt-Platz 5, 69115 Heidelberg
Telefon (06221) 43336-12, Telefax (06221) 43336-29
kasa@woek.de, www.kasa.woek.de

Bankverbindung:
KASA c/o Werkstatt Ökonomie, Konto 801 885 1600
GLS Gemeinschaftsbank eG, BLZ 430 609 67

Verantwortlich:
Simone Knapp & Boniface Mabanza








       

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