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02.09.2016
Südafrikanische Gewerkschaft CSAAWU mobilisiert gegen Ausbeutung in der Weinproduktion
 


In der südafrikanischen Provinz Western Cape, in der Wein auch für den Export nach Deutschland produziert wird, hat sich auch 26 Jahre nach offizieller Abschaffung der politischen Apartheid und 22 Jahre nach Einführung der Demokratie nicht viel verändert. ArbeiterInnen in der Weinproduktion sehen sich nach wie vor mit sklavenähnlichen Arbeits- und Lebensbedingungen konfrontiert.

Die Gewerkschaft Commercial Stevedoring Agricultural & Allied Workers (CSAAWU) versucht seit ihrer Gründung, die ArbeiterInnen zu organisieren, damit diese sich für Veränderungen einsetzen. Letztes Jahr wurde CSAAWU von kommerziellen Farmern mehrmals angeklagt und stand kurz vor der Schließung. Trotz dieser Einschüchterungen ist es CSAAWU dieses Jahr gelungen, u.a.  211 von  250 ArbeiterInnen der „renommierten“ Robertson Winery zu rekrutieren. Mit dieser Mehrheit wird nun das berühmte Weingut gestreikt. Mit diesem Streik wollen die ArbeiterInnen auf ihre schlechten Arbeitsbedingungen hinweisen: Sie müssen u.a. Überstunden ohne Ende machen, bekommen dafür monatlich zwischen 3500 und 4000 Rand. Das sind umgerechnet zwischen 213 und 244 Euro pro Monat. Sie verlangen jetzt 8500 Rand als Monatsgehalt.

Dieser Streik ist der erste dieser Art. Zum ersten Mal ist ein südafrikanisches Agrarunternehmen und Weingut gezwungen, seine Buchhaltung für die Auditierung durch eine Gewerkschaft zu öffnen. Alle Versuche, den Konflikt ohne Streik beizulegen, sind gescheitert.  Der Streik, der am 24. August begonnen hat, sorgt für eine große Mobilisierung in Südafrika selbst. Auch international mobilisieren sich viele Menschen, die dem Ruf von CSAAWU nach einem Boykott des „blood wine“ aus Robertson Gehör verschaffen wollen. KASA hatte 2014 den Generalsekretär der CSAAWU, Trevor Christians, und seinen Kollegen Karel Swart zu einer Speakers Tour eingeladen. Für November 2016 plant KASA wieder eine Speakers Tour mit Beteiligung von CSAAWU, um über die Arbeits- und Lebensbedingungen auf den Weinfarmen aufzuklären.




 

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