Liebe Unterstützer:innen,
„Prüft alles und behaltet das Gute.“ (1. Thess 5,21). Das war die Jahreslosung für 2025. Was bedeutete das für die Arbeit der Werkstatt Ökonomie (WÖK)? Zunächst einmal haben sich räumliche Veränderungen ergeben und das Team der WÖK konnte zum 1. Juli das Büro in der Landhausstraße in Heidelberg beziehen. Bei diesem Umzug musste das Team die Frage ganz praktisch angehen und aussortieren.
Was aber keinesfalls die bisherige Themenbreite und Intensität der Auseinandersetzung mit den Schwerpunkten anbelangt. Insbesondere der Schwerpunkt Koloniale Kontinuitäten konnte durch den Gewinn von Felix Henn als Namibia-Referent stark ausgebaut und vertieft werden. Seine Stelle ist eingebettet in das Bündnis „Völkermord verjährt nicht“ und er steht im engen Austausch mit betroffenen Bevölkerungsgruppen in Namibia. Dank einer Förderung von Brot für die Welt können wir diese Ressource für die Vernetzung zivilgesellschaftlicher und politischer Bildungsarbeit bereithalten.
Leider hat das EU-Parlament nicht ausreichend genug geprüft, was das Lieferkettengesetz wirklich Gutes für global faire Arbeits- und Lebensbedingungen bewirken kann. Umso wichtiger, dass wir weiter an den Debatten beteiligt sind. Der Einsatz für sozial gerechte Arbeits- und Handelsbedingungen ist wichtiger denn je in einer Welt, die politisch, wie sozial mit neuer Wucht auseinanderzudriften scheint. Eine neue Studie dokumentiert den überdurchschnittlich hohen Bedarf an Rohstoffen Baden-Württembergs und die gravierenden Auswirkungen des Rohstoffabbaus in ausgewählten Herkunftsländern.
Im Sinne unseres Voice and Space Ansatzes kommen direkt betroffene Menschen etwa aus Simbabwe zu Wort. Die Studie wurde in enger Zusammenarbeit mit dem DEAB und dem ifeu-Institut erarbeitet. Mit konkreten Handlungsempfehlungen an Politik und Wirtschaft regt sie an, zu prüfen, wie Rohstoffe bezogen werden und wie sie auch geschont werden können. Nur durch ein Mehr an Nachhaltigkeit und ein stetiges Bewusstmachen dafür, kann ein gutes Leben für alle real werden.
Ergänzend zum politischen Handeln verfolgen wir den Ansatz, lokale Bündnisse von Transformation zu schaffen und zu fördern. Gerade die Gemeinwohlökonomie lädt dazu ein, uns konkret zu hinterfragen, was gut ist, was man wirklich zum Leben braucht und wie wir die Gesellschaft wieder zusammenbringen können.
Die KASA ist verlässliche und kritische Beobachterin politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen im südlichen Afrika. Dies floss etwa in die vier Länderpapiere ein, die über das Forum Menschenrechte im November an Außenminister Dr. Johann Wadephul und den Beauftragten der Bundesregierung für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe Prof. Dr. Lars Castellucci übergeben wurden. Die KASA unterstützt seit diesem Jahr im Auftrag von Brot für die Welt und Misereor angolanische Partnerorganisationen dabei, ihre Perspektiven in deutsche und europäische Politikprozesse einbringen zu können. Wir sind gespannt, wie sich die neuen Kontakte im Portfolio der KASA auf das Zusammenspiel mit den bisherigen Netzwerken auswirken.
Der Vorstand hat sich in seinen Sitzungen und Klausuren regelmäßig mit der Arbeit auseinandergesetzt und sich auch mit der finanziellen Ausstattung weiter befasst. Wir sind froh über alle Unterstützer:innen, private wie institutionelle, die fortwährend die WÖK und damit Solidaritätsarbeit im Lokalen wie Globalen finanziell und ideell unterstützen.
Als Vorstand möchten wir einladen, dass Sie die WÖK in alle Munde bringen, damit die Kompetenzen abgefragt und eingebracht werden können und sie neue Unterstützer:innen bekommt. In Zeiten, in denen die regelbasierte Weltordnung hinterfragt wird, ist es wichtig, Netzwerke zu haben, die kritisch auf das Agieren der Mächtigen blicken und in gegenseitiger Unterstützung Solidarität leben.


