Hybride Diskussionsveranstaltung am 29. April 2026 mit zwei Aktivisten aus Südafrika
Wie kann transnationale Solidarität und Zusammenarbeit entlang der Lieferketten in Zeiten eskalierender Krisen und Konflikte aussehen? Und wie kann dazu das deutsche Lieferkettengesetz wirksam genutzt werden? Wir freuen uns, diese und weitere Fragen gemeinsam mit zwei Gästen aus Südafrika zu diskutieren: Der Umwelt- und Community-Aktivist Brown Matloko aus Wonderkop/Marikana wird aus erster Hand über die prekäre Realität in den Bergbaugemeinden berichten. Ein großer Teil des in der Marikana-Mine durch den Bergbaukonzern Sibanye-Stillwater (zuvor Lonmin) abgebauten Platins geht an den Chemiekonzern BASF aus Ludwigshafen, der damit u.a. Abgaskatalysatoren für die Automobilindustrie herstellt. Eric Mokuoa von der zivilgesellschaftlichen Organisation Bench Marks Foundation begleitet seit Jahren vom Bergbau betroffene Gemeinden, unter anderem in Wonderkop/Marikana, und macht öffentlich auf die Umweltauswirkungen, Arbeitsbedingungen und Lebensrealitäten aufmerksam.
Durch das Massaker an streikenden Arbeitern 2012 durch die südafrikanische Polizei erlangte der Fall Marikana traurige Berühmtheit. Bis heute hat sich die Situation der Arbeiter*innen und Anwohner*innen kaum verbessert, teilweise sogar verschlechtert. Jahrelange Dialoge mit den verantwortlichen Unternehmen und Sozial- und Nachhaltigkeitsaudits haben daran nichts geändert.
Brown Matloko hat mit Unterstützung der Plough Back the Fruits Kampagne offiziell Beschwerde gegen BASF auf Grundlage des Lieferkettengesetzes eingereicht aufgrund der anhaltenden sozialen Missstände und Umweltauswirkungen – Staubbelastung, Emissionen und unzureichend gesicherte Absetzbecken, aus denen kontaminiertes Wasser austritt. Gemeinsam wollen wir darüber diskutieren, warum die bisherigen Maßnahmen des Chemiekonzerns wirkungslos blieben und wie wirksame Abhilfe und Verantwortung aussehen müssen, damit die Gemeinden endlich vom Rohstoffreichtum profitieren, statt unter ihm zu leiden. Gleichzeitig stellen sich angesichts der Schließung von Schächten neue Fragen nach Zukunftsperspektiven jenseits des Bergbaus, Sanierung und Rekultivierung und einem gerechten Übergang.
Mittwoch, 29. April 2026, 19 – 21 Uhr
Bildungszentrum sanctclara Mannheim B5, 19 | 68159 Mannheim (Online-Teilnahme möglich)
Wir bieten Simultanübersetzung via ZOOM an, daher ist eine Anmeldung mit der Info zur Online- oder Präsenz-Teilnahme unter: https://nextcloud.kritischeaktionaere.de/apps/forms/s/trap99Zcn6zq6F5tjqz4FLgn nötig.



