Wegen Bundesregierung: Rückschlag für europäisches Menschenrechtsvorhaben – Mehrheit der Bevölkerung laut Umfrage für EU-Lieferkettengesetz - Pressemitteilung

Demonstration vor dem Willy-Brandt-Haus

Berlin, 28. Februar 2024  – Großer Rückschlag für das EU-Lieferkettengesetz: Im Ausschuss der Ständigen Vertreter des Rats (COREPER) ist heute keine qualifizierte Mehrheit für das Menschenrechtsvorhaben zustande gekommen. Die belgische Ratspräsidentschaft hat angekündigt, nun erneut mit den Mitgliedstaaten und dem EU-Parlament in Verhandlungen zu treten. In der deutschen Bevölkerung gibt es derweil eine große Unterstützung für das EU-Lieferkettengesetz: Mehr als zwei Drittel der Menschen in Deutschland wollen das Gesetz, wie eine neue repräsentative Umfrage zeigt.

“Heute ist ein schlechter Tag für den Schutz der Menschenrechte und unseres Planeten. Der Bundeskanzler hat sich bisher geweigert, ein Machtwort zu sprechen und lässt sich bei einem der wichtigsten Menschenrechts- und Umweltvorhaben der EU von der FDP regelrecht vorführen”, kommentiert Johanna Kusch, Sprecherin der Initiative Lieferkettengesetz. “Mit dem Alleingang der FDP hat sich die Bundesregierung als verlässlicher Partner in der EU vollends diskreditiert und Deutschlands internationale Glaubwürdigkeit beim Thema Menschenrechte beschädigt. Olaf Scholz missachtet nicht nur den Koalitionsvertrag und ignoriert unzählige Stimmen aus Wirtschaft, Wissenschaft und den Vereinten Nationen, sondern handelt auch klar gegen den Willen der Mehrheit der eigenen Bevölkerung. Er muss die weiteren Verhandlungen nutzen, um sich endlich für das EU-Lieferkettengesetz zu positionieren.” 

Die heutige Mehrheit für den aktuellen Kompromiss scheiterte vor allem an der Ankündigung Deutschlands, sich zu enthalten: Als bevölkerungsreichster Staat ist es schwierig, ein EU-Gesetzesvorhaben ohne deutsche Zustimmung durchzubringen. Bundesjustizminister Marco Buschmann und Bundesfinanzminister Christian Lindner hatten zudem in den vergangenen Wochen bei anderen Mitgliedsstaaten massiv gegen das Vorhaben Stimmung gemacht. 

Entgegen der angekündigten Enthaltung der Bundesregierung gibt es in der deutschen Bevölkerung eine große Zustimmung für das EU-Vorhaben. Das zeigt eine heute veröffentlichte repräsentative Umfrage: 68 Prozent der in Deutschland Befragten gaben darin an, das EU-Lieferkettengesetz zu unterstützen. Auffällig ist, dass die Unterstützung sämtliche Wählergruppen umfasst: Auch 67 Prozent der FDP-Wähler*innen befürworten das europäische Lieferkettengesetz.

Die repräsentative Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut INSA-CONSULERE im Auftrag von Germanwatch, einer Trägerorganisation der Initiative Lieferkettengesetz, im Februar 2024 durchgeführt. Befragt wurden 1.003 Personen. Die Initiative Lieferkettengesetz ist ein Zusammenschluss aus mehr als 140 Menschenrechts- und Umweltorganisationen, Gewerkschaften, kirchlichen Akteuren und weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich gemeinsam für das EU-Lieferkettengesetz einsetzen.

Weiterführende Informationen:

Pressekontakt:

Michelle Trimborn, Sprecherin Initiative Lieferkettengesetz, Tel.: 01577 57 23 737, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.)

Die Initiative Lieferkettengesetz wird getragen von:

Amnesty International, Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V. (agl), Brot für die Welt, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Christliche Initiative Romero (CIR), CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), FEMNET e.V., Forum Fairer Handel e.V., Germanwatch e.V., Greenpeace e.V., INKOTA-netzwerk e.V., Bischöfliches Hilfswerk Misereor. V., Oxfam Deutschland e.V., SÜDWIND e.V., ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, WEED - Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung e.V., Weltladen-Dachverband e.V., Werkstatt Ökonomie e.V.

Neben den 20 Trägerorganisationen unterstützen mehr als 120 weitere Organisationen das Bündnis.

Foto: Laila Sieber, Oxfam/Initiative Lieferkettengesetz

 

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Einladung zum Workshop-Tag "Gesellschaft zusammenbringen" am 22.11. in Frankfurt

Der Workshop möchte Wege aus der aktuellen, vielseitigen Krisensituation aufzuzeigen, die wir gemeinsam gehen können. Ziel ist ein gutes Leben für alle. Um den Ansatz „Gesellschaft zusammenbringen“...

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Veranstaltungen

Miteinander gestalten, Gesellschaft zusammenbringen – Werkstatt- und Vernetzungs-Tag
18. Apr. 13.00 Uhr - 18. Apr. 2026 18.00 Uhr, Ev. Gemeindehaus, Schwarzwaldstr. 7, Bad Krozingen,

AG Gesellschaft zusammenbringen
20. Apr. 19.00 Uhr - 20. Apr. 2026 21.00 Uhr, Welthaus, Kurfürsten-Anlage 25, am Römerkreis, kleiner Meetingraum

Kreativ-Workshop: Ein gutes Leben für ALLE!
21. Apr. 19.00 Uhr - 21. Apr. 2026 21.00 Uhr, HAGEBUTZE, Gemeinsam Wohnen e.V., im Raum RABATZ, Rheinstraße 4, Heidelberg

AG Gesellschaft zusammenbringen
22. Apr. 19.00 Uhr - 22. Apr. 2026 21.00 Uhr, Welthaus, Kurfürsten-Anlage 25, am Römerkreis, kleiner Meetingraum

Warum Klimagerechtigkeit eine Zukunftsfrage für alle ist
23. Apr. 16.15 Uhr - 23. Apr. 2026 20.00 Uhr, Universität Freiburg, Aula

Der Hafen als politischer Ort
Fahrradtour zu globalen Arbeitsrechten und Lieferketten: vom Jungbusch zur Neckarspitze
26. Apr. 15.00 Uhr , 68159 Beilstraße 9, Ecke Böckstraße

Gerechtigkeit für Marikana – mit dem Lieferkettengesetz?
Hybride Diskussionsveranstaltung mit zwei Aktivisten aus Südafrika
29. Apr. 19.00 Uhr , SanctClara B 5,19 | 68159 Mannheim

Lieferkettengesetz: konzeptuelle Debatten und zivilgesellschaftliche Erfahrungen. Wo stehen wir heute?
30. Apr. 14.00 Uhr - 30. Apr. 2026 16.30 Uhr, Online

Lieferkettengesetz: Wo stehen wir heute, wo wollen wir hin? Zwischenbilanz im europäischen Kontext
05. Mai 17.00 Uhr - 05. Mai 2026 20.15 Uhr, Online-Veranstaltung

Tagung: Zukünfte dekolonisieren – Kritische Blicke auf "grüne" Technologien"
09. Mai 10.00 Uhr - 09. Mai 2026 15.00 Uhr, Kulturzentrum Merlin, Augustenstraße 72, 70178 Stuttgart

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