District Six – 60 Jahre Zwangsumsiedlung

Erinnerung, Rückgabeversprechen und die Kämpfe der Gegenwart

Sechzig Jahre nach der formellen Erklärung von District Six zum „White Group Area“ durch das Apartheidregime ist das Viertel in Kapstadt noch immer ein politischer Prüfstein. Kaum ein anderer Ort verdichtet die ungelösten Fragen von Landrückgabe, Wohnungsnot und urbaner Ungleichheit so stark wie dieses Stück Stadt, das einst ein dichtes, sozial gemischtes Quartier war und dann systematisch zerstört wurde.

Geschichte der Siedlung

District Six entstand in den 1840er Jahren und um die Jahrhundertwende war es bereits ein lebendiger Stadtteil, der sich aus ehemaligen Sklav:innen, Handwerkern und Händler:innen zusammensetzte, die eng mit der Stadt und dem Hafen verbunden waren. Hinzu kamen Einwander:innen etwa aus Malaisia, die von der Niederländischen Ostindien-Kompanie nach Südafrika gebracht worden waren. Hier lebte fast ein Zehntel der Bevölkerung Kapstadts. Die Vielfalt in Sprache, Religion, wirtschaftlicher Klasse, geografischer Herkunft wurde zu einem lebendigen Beispiel, wie diese eine Gemeinschaft stärken kann und nicht gefürchtet werden muss und repräsentiert somit das genaue Gegenteil von Apartheid.

Die Zwangsumsiedlungen begannen 1966 und waren kein „Nebeneffekt“ der Apartheid, sondern Teil einer gezielten urbanen Klassen- und Rassenpolitik. Mehr als 60.000 Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben, Familien auseinandergerissen, Nachbarschaften zerstört. Wer in die Cape Flats umgesiedelt wurde, verlor nicht nur sein Zuhause, sondern auch soziale Netzwerke, den Zugang zu Arbeitsplätzen und städtischer Infrastruktur. Die Apartheid-Architektur sah für Weiße das Zentrum und für alle anderen die Peripherie vor.

Die Fläche wurde nach der Enteignung umbenannt in Zonnebloem – zurück zum Namen der ehemaligen Farm. Bis heute steht dieser Name auf Verkehrsschildern.

Restitution nach 1994

Die Landrückgabe wurde zu einem zentralen Versprechen der neuen Demokratie. Für die ehemaligen Bewohner:innen von District Six bedeutete das die Aussicht auf Rückkehr oder Entschädigung. Doch der Restitutionsprozess ist bis heute quälend langsam.

Über 2.700 Personen, die vor Ablauf der ursprünglichen Frist 1998 Ansprüche geltend gemacht hatten, wurden entweder finanziell entschädigt, in der Umgebung angesiedelt oder erhielten das Versprechen auf neue Häuser in der Gegend. Als zwischen 2014 und 2016 ein neues Antragsfenster geöffnet wurde, reichten weitere 749 Personen Ansprüche ein. Eine Anordnung des Verfassungsgerichts verbietet es der Regierung jedoch, neue Ansprüche zu prüfen, bis alle noch offenen Ansprüche geklärt sind.

Viele der ursprünglichen Antragsteller:innen sind inzwischen verstorben, andere leben seit Jahrzehnten in prekären Wohnverhältnissen und warten darauf, dass ein Versprechen eingelöst wird, das sich immer wieder verschiebt. „Wir haben unsere Anträge Ende der 1990er gestellt. Heute sind wir alt. Viele von uns werden die Rückkehr nicht mehr erleben“, sagt eine ehemalige Bewohnerin bei einer Versammlung in der Stadt.

Die Verzögerungen sind nicht nur technokratisch erklärbar. Sie sind politisch. Land in zentraler Lage ist in Kapstadt extrem begehrt – für Investoren, für touristische Infrastruktur, für den gehobenen Wohnungsbau.

Die Frage, wer Anspruch auf diese Flächen hat, ist eine Klassenfrage. Während auf der einen Seite über Jahre hinweg brach liegen oder für symbolische Projekte reserviert werden, explodieren in angrenzenden Vierteln die Immobilienpreise. Der Druck der Gentrifizierung wächst. Hinzukommen seit der Pandemie verstärkt sogenannte digital Nomades aus dem Globalen Norden. Sie reisen mit einem Touristenvisum für 90 Tage ein, um in Kapstadt zu überwintern und sind bereit, fast jeden Preis für Appartements zu bezahlen. Damit steigt die Gefahr, dass selbst eine formale Rückkehr in District Six am Ende nur für jene realistisch ist, die sich die steigenden Lebenshaltungskosten leisten können.

Gleichzeitig verschärft sich die Wohnungsnot in der gesamten Metropole. Kapstadt leidet unter einem strukturellen Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Zehntausende Haushalte stehen auf Wartelisten für staatliche Wohnungen. Informelle Siedlungen wachsen, während innerstädtische Flächen häufig marktorientiert entwickelt werden. Aktivist:innen kritisieren seit Jahren, dass erschwinglicher Wohnraum in der Praxis oft für Haushalte mit stabilem Einkommen konzipiert ist – nicht für jene, die in informellen Arbeitsverhältnissen leben oder gar arbeitslos sind.

Reclaim the City.

Im Februar 2016 begann die Kampagne mit dem Ziel, keine weitere Verzögerungen zu akzeptieren und die Stadt für die Mehrheitsbevölkerung zurückzugewinnen, sich nicht mehr an den Rand drängen zu lassen. Die soziale Lage verschärft die räumliche Ausgrenzung. Arbeitslosigkeit – insbesondere unter jungen Menschen – bleibt hoch. Wer am Stadtrand lebt, zahlt nicht nur mehr für Transport, sondern verliert täglich Stunden im Pendelverkehr. Das ist die Fortsetzung der Apartheid-Geografie unter neoliberalen Vorzeichen. Die Stadt ist weiterhin entlang sozialer Bruchlinien organisiert: sichere, gut versorgte Stadtteile für die Mittel- und Oberschicht – prekäre, infrastrukturell unterversorgte Gebiete für den Rest.

2025 vollzog die Provinzregierung eine Kehrtwende und kündigte an, einen zweijährigen öffentlichen Konsultationsprozess zu starten. Im Rahmen dieses Prozesses hat sich herausgestellt, dass auf dem Gelände 229 Wohnungen für den freien Markt und 252 Sozialwohnungen gebaut werden könnten.

Von den 1.165 Wohneinheiten, die gebaut und an ehemalige Bewohner des Distrikts Six übergeben werden sollten, sind bis heute nur 247 gebaut worden. Laut dem Ministerium für Landreform und ländliche Entwicklung sollen die restlichen Einheiten im Jahr 2028 fertiggestellt werden– drei Jahrzehnte, nachdem die ehemaligen Bewohner:innen ihre Ansprüche beim Ministerium geltend gemacht haben. Doch die dafür erforderlichen Mittel von 2,4 Milliarden Rand (126.430.800 Euro) wurden noch nicht bereitgestellt.

District Six wird in diesem Kontext zu einem politischen Symbol. Die Forderung nach Rückgabe ist nicht nur eine Forderung nach Häusern, sondern nach dem „Recht auf Stadt“. Zivilgesellschaftliche Gruppen argumentieren, dass Restitution ohne soziale Absicherung unvollständig bleibt. Rückkehr ohne Schutz vor Gentrifizierung bedeutet Rückkehr in ein Umfeld, das sich die Betroffenen langfristig nicht leisten können. Gefordert werden daher Mietpreisbindungen, soziale Infrastruktur, lokale Arbeitsprogramme und eine demokratische Beteiligung der Community an der Entwicklung des Viertels.

Auch juristisch ist District Six umkämpft. Gerichte entscheiden regelmäßig über Räumungen, Nutzungsrechte und Eigentumsfragen. Diese Einzelfälle zeigen die strukturelle Spannung zwischen formalen Eigentumsrechten und dem Anspruch auf soziale Gerechtigkeit. Immer wieder prallt hier die Logik des Marktes auf die Logik der historischen Wiedergutmachung. Solange der Staat diese Spannung nicht politisch auflöst, werden Gerichte zu Schauplätzen sozialer Konflikte, die eigentlich politisch entschieden werden müssten.

Sechzig Jahre nach der Zwangsumsiedlung zeigt sich: District Six ist kein abgeschlossenes Kapitel der Geschichte, sondern ein offener Konflikt. Die Kämpfe um Landrückgabe, Wohnraum und städtische Teilhabe sind Teil eines größeren Ringens um soziale Gerechtigkeit im post-apartheidlichen Südafrika.

PXL 20260214 1524190842Drei Religionen auf engstem Raum: Moravian Church, Galielol Raghmaan Jamaa Masjid Moschee und St. Mark's Anglican Church

 

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Gesellschaft zusammenbringen

Um Gesellschaft (wieder) zusammenzubringen und um dem Gemeinwohl zu dienen, unterstützt und verbreitet die WÖK den Ansatz der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ). Die GWÖ legt die Werte Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit sowie Mitbestimmung und Transparenz als "Maßstab" fest. Das Wohl von Menschen und Umwelt (Gemeinwohl) und ein gutes Leben für alle wird zum obersten Ziel des Wirtschaftens. Dieser wertebasierte und ganzheitliche Ansatz harmoniert auch sehr stark mit den SDGs. Deshalb integriert die WÖK die GWÖ in ihren Projekten und sieht hier ein großes Potenzial für Veränderung.

Klimagerechtigkeit

Wir stärken mit unserer Arbeit das Engagement für Klimagerechtigkeit – in der Gesellschaft, der Politik und auch in der Kirche. Die Idee der Klimagerechtigkeit liegt darin, die Lasten des Klimawandels gerecht zu verteilen – sowohl weltweit (räumliche Dimension) als auch zwischen den Generationen (zeitliche Dimension) – und sich für die Gestaltung einer klimagerechten Zukunft einzusetzen. Dazu zählen der Klima- und Ressourcenschutz, die Stärkung der Anpassungsfähigkeit (Klimaresilienz), die Bewältigung klimabedingter Schäden, der Wandel zu einer klimaneutralen Wirtschafts- und Lebensweise unter besonderer Wahrung der Menschenrechte und die Sicherstellung einer angemessenen Finanzierung.

Forum Menschenrechte

Die WÖK ist Mitglied im Forum Menschenrechte, einem Netzwerk von über 50 Organisationen, die sich für einen verbesserten, umfassenden Menschenrechtsschutz einsetzen. Wir verfassen jährlich sogenannte Aides Memoires etwa zu Namibia oder Simbabwe, die über das Forum an das Außenministerium weitergeleitet werden und die Grundlage für weitere Lobbyarbeit zu diesen Ländern darstellen.

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