Terminkalender
Wie kann transnationale Solidarität und Zusammenarbeit entlang der Lieferketten in Zeiten eskalierender Krisen und Konflikte aussehen? Und wie kann dazu das Lieferkettengesetz wirksam genutzt werden? Wir freuen uns, diese und weitere Fragen gemeinsam mit zwei Gästen aus Südafrika zu diskutieren: Der Umweltaktivist Brown Matloko aus Wonderkop/Marikana wird aus erster Hand über die prekäre Realität in den Bergbaugemeinden berichten, in denen der Bergbaukonzern Sibanye-Stillwater vor allem Platin abbaut, das weiterhin vom weltweit größten Chemiekonzern, der BASF aus Ludwigshafen, bezogen wird. Eric Mokuoa von der zivilgesellschaftlichen Organisation Bench Marks Foundation macht seit Jahren die Auswirkungen des Bergbaus auf die Menschen, das Wohlergehen der Gemeinden und die Umwelt öffentlich.
Trotz jahrelanger Dialoge und Audits mit den beiden verantwortlichen Unternehmen bleibt die Situation vor Ort alarmierend: Unzureichende und gefährdete Trinkwasserversorgung, mangelnde Transparenz bei Gesundheitsrisiken durch Emissionen des Bergbaus und eine marode Infrastruktur wie unsichere Dämme bedrohen das Leben der Menschen in den Bergbaugemeinden.
Brown Matloko hat offiziell Beschwerde gegen BASF auf Grundlage des Lieferkettengesetzes eingereicht. Gemeinsam wollen wir darüber diskutieren, warum die bisherigen Maßnahmen des Chemiekonzerns wirkungslos blieben und wie wirksame Abhilfe sowie zivilgesellschaftlicher Druck aussehen müssen, damit die Gemeinden endlich vom Rohstoffreichtum profitieren, statt unter ihm zu leiden. Gleichzeitig stellen sich angesichts von Minenschließungen neue Fragen nach historischer Verantwortung, Zukunftsperspektiven jenseits des Bergbaus und eines gerechten Übergangs – Fragen, die sich angesichts der notwendigen Transformation der Chemieindustrie und der BASF überall entlang stellen, gerade auch in Ludwigshafen.
Referenten
Brown Matloko, Wonderkop, Südafrika
Eric Mokuoa, Bench Marks Foundation, Südafrika
Felix Roll, Werkstatt Ökonomie/KASA


