Unvollendete Versöhnung – Südafrikas langer Kampf um Wahrheit, Gerechtigkeit und Anerkennung

Südafrika gilt oft als Erfolgsgeschichte des demokratischen Übergangs. Doch im Schatten der politischen Befreiung blieb ein zentraler Bereich unvollständig: die juristische, soziale und politische Aufarbeitung der systematischen Gewalt der Apartheid. Transitional Justice sollte ein Brückenschlag zur Zukunft sein, doch jahrzehntelange Vernachlässigung, politische Einflussnahme und strukturelle Ungleichheit führten dazu, dass tausende Opfer bis heute ohne Gerechtigkeit dastehen.

Die Apartheid als System struktureller und physischer Gewalt

Die Apartheid war nicht nur ein politisches System, sondern ein tief verwurzeltes sozioökonomisches Projekt und basierte auf der rassistischen Diskriminierung, Marginalisierung und Unterdrückung der überwiegend schwarzen Bevölkerung. Das System wurde 1948 von der Nationalen Partei (NP) offiziell eingeführt. Die Apartheid wurde durch die Verabschiedung von Gesetzen wie dem Population Registration Act oder dem Group Areas Act institutionalisiert, die Rassismus und Ungleichheit förderten und jede Form von Dissens unterdrückten. In dieser Zeit kam es zu politischen Morden, Massenmorden, Folter, sexueller Gewalt, willkürlichen und rechtswidrigen Inhaftierungen, Verschleppungen und anderen schweren Menschenrechtsverletzungen. Massaker wie Sharpeville 1960 oder Soweto 1976 schufen ein Klima der Angst und zwangen viele, vor allem junge, Menschen ins Exil.

Der Übergang: Politische Verhandlungen und Kompromisse

Während das Apartheidregime nach außen weiterhin Härte demonstrierte, begann hinter den Kulissen bereits in den späten 1980er Jahren ein strategischer Wandel. Angesichts internationaler Isolation, wirtschaftlicher Stagnation und wachsender interner Unregierbarkeit suchte die National Party (NP) den Kontakt zum African National Congress (ANC). Die ersten Gespräche fanden geheim statt: Vertreter des Staates trafen sich zwischen 1985 und 1989 mehrfach mit inhaftierten ANC-Führern, darunter Nelson Mandela, im Gefängnis. Parallel reisten Akademiker:innen, Kirchenführer und Exil-Südafrikaner:innen nach Lusaka, um informelle Dialogkanäle zu öffnen. Diese verdeckten Verhandlungen bildeten die Grundlage für einen politischen Übergang, noch bevor die Apartheidregierung öffentlich zu Zugeständnissen bereit war. Mandela selbst führte ab 1988 direkte Gespräche mit Regierungsvertretern – ohne Mandat der ANC-Führung, aber mit dem Ziel, einen Ausgang aus der militärisch-politischen Sackgasse zu finden. Als de Klerk 1989 Präsident wurde, waren die Linien bereits gelegt: Der Staat hatte längst erkannt, dass eine Reintegration in die internationale Gemeinschaft und eine wirtschaftliche Stabilisierung nur durch eine politische Lösung möglich waren.

Die Apartheid-Ära endete offiziell 1994 mit der Wahl des ersten demokratisch gewählten Präsidenten Südafrikas, Nelson Mandela. Der Übergang zur Demokratie erfolgte unter anderem durch die Konferenz für ein demokratisches Südafrika (CODESA), die 1991 und 1992 stattfand. Dort wurden die ersten Verfassungsgrundsätze ausgearbeitet sowie Vereinbarungen für eine Übergangs- oder Interimsregierung getroffen.

Transitional Justice und die TRC: Ziele, Erfolge und Grenzen

Die 1996 gegründete Wahrheits- und Versöhnungskommission (Truth and Reconciliation Commission TRC) war ein temporäres Gremium mit starken quasi-gerichtlichen Befugnissen, das Anhörungen zu Angelegenheiten durchführte, die von Opfern schwerer Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit der Apartheid vorgebracht wurden. Die Kommission bewschäftigte sich neben der Amnestie auch mit Fragen der Wiedergutmachung und Rehabilitation.

Amnestie konnte Personen gewährt werden, die die Wahrheit über ihre Tat vollständig offengelegt hatten. Dies wurde als Kompromiss angesehen, um sicherzustellen, dass die Täter die Beweise für Menschenrechtsverletzungen nicht einfach auslöschen konnten und das Land seine dunkle Geschichte vollständig verstehen und voranschreiten konnte.

Die TRC arbeitete nach einem restaurativen Ansatz der Gerechtigkeit. Dabei handelt es sich um eine Rechtsphilosophie, die darauf abzielt, Straftäter zu rehabilitieren und die Versöhnung zwischen den Tätern und den von ihnen geschädigten Menschen zu fördern. Sie steht im Gegensatz zu einem vergeltenden Ansatz der Gerechtigkeit, der sich auf die Bestrafung der Straftäter konzentriert. Der restaurative Ansatz wurde als besser geeignet für die neue demokratische Nation angesehen, die auf Respekt und Toleranz basiert.

Die Anhörungen dauerten bis 2000 und am 21. März 2003, dem internationalen Tag gegen Rassismus, übergab Erzbischof Desmond Tutu den Abschlussbericht an Präsident Mandela. Darin hob die Kommission die Notwendigkeit einer Strafverfolgungspolitik in den nicht amnestierten Fällen hervor, um jeglichen Verdacht der Straflosigkeit oder der Verletzung der völkerrechtlichen Verpflichtungen Südafrikas zu vermeiden. Der Kompromiss, einigen Amnestie zu gewähren, um einen friedlichen Übergang zu unterstützen, der Wahrheit ans Licht zu verhelfen und die Rehabilitation der Opfer zu unterstützten, sollte nicht  den Staat von der Verantwortung entbinden, strafrechtliche Ermittlungen und Strafverfolgungen durchzuführen. 

Zwischen 2003 und 2017 wurden jedoch kaum TRC-Fälle strafrechtlich bearbeitet. Forschungen und Aussagen ehemaliger Staatsanwälte belegen politische Einflussnahme, die darauf abzielte, sowohl alte Apartheidstrukturen als auch den ANC vor potenziell belastenden Verfahren zu schützen. Das Ergebnis: Die meisten Täter erhielten faktisch Amnestie, obwohl sie nie vor der TRC erschienen waren.

Die TRC gilt zwar als Meilenstein, da sie über 21.000 Opfer und Angehörige anhörte und historische Verbrechen dokumentierte. Doch ihre Konstruktion beruhte auf politischen Kompromissen: Amnestien ersetzten strafrechtliche Konsequenzen, und die Umsetzung ihrer Empfehlungen wurde den folgenden Regierungen überlassen. Diese unterließen jedoch systematisch die Weiterverfolgung. Empfehlungen zu Reparationen wurden nur minimal umgesetzt.

Khulumani: Die Stimme der vergessenen Mehrheit

Khulumani entstand 1995 aus Basisgruppen von Überlebenden. Die Organisation umfasst über 90.000 Mitglieder, von denen viele nie von der TRC anerkannt wurden. Für alle waren die Apartheidverbrechen alltägliche Gewalt, Vertreibung, Armut und strukturelle Schäden, die bis heute fortwirken. Khulumani kritisiert seit Jahrzehnten die selektive Natur der TRC und den fehlenden politischen Willen, soziale Gerechtigkeit umzusetzen. Seit 2023 protestieren Mitglieder der Khulumani Galela Kampagne ununterbrochen in Johannesburg vor dem Verfassungsgericht. Sie sind Symbol eines kollektiven Gedächtnisses, das sich weigert, vergessen zu werden. Die Proteste thematisieren neben der ausstehenden Auszahlung der Reparationen die mangelnde Anerkennung vieler Opfer, die politische Verschleppung von TRC-Fällen sowie die Forderung nach tatsächlicher Umsetzung von Transitional Justice. Angesichts ihres Alters ist vielen Aktivist:innen bewusst, dass sie nicht für sich selbst kämpfen, sondern für kommende Generationen.

Der Begriff „Unfinished Business“ steht für die Gesamtheit der versäumten Aufgaben nach Abschluss der TRC wie fehlende Strafverfolgung, unvollständige Reparationen, Fortbestehen struktureller Ungleichheit, Ausbleiben institutioneller Reformen. Die Nichterfüllung dieser Aufgaben hat das Vertrauen in den Staat geschwächt und auch in Südafrika zu einer Normalisierung von Straflosigkeit geführt.

Die Klage von 2025: Juristischer Druck als letzter Ausweg

Die Klage, die im Januar 2025 von 25 Familien beim Pretoria High Court eingereicht wurde, zielt darauf ab, das jahrzehntelange staatliche Versagen verfassungsrechtlich feststellen zu lassen. Die Kläger:innen fordern einen Fonds zur nachhaltigen Förderung von Aufarbeitung, Strafverfolgung und Erinnerungskultur. Die Klage ist ein politischer Akt: Sie zwingt den Staat, Verantwortung für das institutionelle Scheitern nach der TRC zu übernehmen.

Präsident Ramaphosa setzte im Mai eine Untersuchungskommission ein, doch Kritiker:innen bemängeln, dass diese strukturell zu schwach sei. Ehemalige Entscheidungsträger wie Mbeki versuchten, sich in den Prozess einzubringen – ein Schritt, der als Versuch gewertet wird, Verantwortung abzuwenden. Gerichte verhinderten jedoch, dass die Klage durch Verfahrensverzögerungen blockiert wurde.

Fazit: Warum Südafrika ohne vollständige Aufarbeitung nicht heilen kann

Die Zeit ist ein Feind der Gerechtigkeit: Viele Täter und Opfer sind bereits verstorben. Ermittlungsmöglichkeiten sind eingeschränkt. Doch die moralische und politische Verpflichtung bleibt bestehen. Transitional Justice braucht neben institutioneller Unabhängigkeit, politischer Verpflichtung vor allem auch Ressourcen für Reparationen. Sie muss marginalisierte Opfergruppen anerkennen und die Straflosigkeit beenden.

Die Geschichte Südafrikas zeigt, dass Versöhnung ohne Gerechtigkeit fragil bleibt. Die Klage von 2025, die Proteste von Galela und die Arbeit von Khulumani sind Ausdruck einer tiefen demokratischen Forderung: dass der Staat seinen moralischen Verpflichtungen nachkommt. Transitional Justice ist kein vergangenes Projekt – sie ist ein fortlaufender Kampf um Wahrheit, Anerkennung und strukturelle Transformation.

 

Aktuelles

Wen Kümmerts?


Lesen ...

Zwischen Befreiungsmythos und verdrängtem Massenmord: Namibia und Simbabwe im Streit um Erinnerung und Gerechtigkeit

Simbabwe und Namibia im Vergleich Die Debatten um Genozid, Gewalt und historische Verantwortung verlaufen im südlichen Afrika nicht entlang einfacher Opfer-Täter-Schablonen. Wer Namibia und...

Lesen ...

Demo-Aufruf: Hände weg von Shark Island – Reparationen statt Rohstoff-Rausch

Ein geplanter Hafenausbau rund um Shark Island in Namibia bedroht einen zentralen Erinnerungsort an den deutschen Kolonialgenozid an den Ovaherero und Nama. Während Betroffene am 11. April in...

Lesen ...

Neuerscheinung: Zollbruchstellen im System

Für eine gerechte, inklusive und nachhaltige globale Handelspolitik über die WTO hinaus. Die aktuelle Handelspolitik zeigt den Verfall der „regelbasierten“ Ordnung: Seit Trumps zweiter Amtszeit...

Lesen ...

Alles wird kommen – nur wann? Die State of the Nation Address 2026 in Südafrika im Realitätscheck

Das KASA-Team besuchte Kapstadt in einer politisch hoch verdichteten Woche. Bereits bei der Ankunft am Flughafen wurde deutlich, dass die Stadt unter Ausnahmezustand stand: Parallel zur „Investing...

Lesen ...

Auf der Suche nach neuer strategischer Klarheit: Die Alternative Mining Indaba 2026

Ein KASA-Team nahm vom 9. bis 11. Februar 2026 an der Alternative Mining Indaba (AMI) in Kapstadt teil. Die Veranstaltung fand in der St. George’s Cathedral statt. Die diesjährige Ausgabe stand...

Lesen ...

Angola sagt Danke: Wie neue Gesetze den zivilgesellschaftlichen Raum verengen

Die angolanische Regierung treibt derzeit eine Reihe von Gesetzesinitiativen voran, die den Handlungsspielraum zivilgesellschaftlicher Organisationen erheblich einschränken könnten. Angola steht...

Lesen ...

Wie man sich (nicht) entschuldigt

Deutschlands Umgang mit dem Völkermord an den Ovaherero und Nama zeigt, wie Entschuldigungen und Wiedergutmachung nicht funktionieren. In der heute erschienenen Publikation „Wie man sich (nicht)...

Lesen ...

Wandgemälde in Bulawayo zu Gukurahundi

Matabeleland, Simbabwe: Wird das Schweigen jetzt endlich gebrochen?

Länger als 40 Jahre lang herrschte Redeverbot über die Gräuel des Gukurahundi, welche die Regierung von Robert Mugabe in den 1980er Jahren im Südwesten von Zimbabwe zu verantworten hatte. Jetzt...

Lesen ...

Rost im Sand

Kolonialnostalgie in Namibia und die blinden Flecken deutscher Erinnerung Wer durch Swakopmund spaziert, könnte für einen Moment glauben, er sei in einem architektonisch leicht verrutschten...

Lesen ...

Wirtschaftswende-Konferenz 2027 – Einladung zum Mitgestalten

Kriege, Klimakrise, soziale Ungleichheit und eine immer lautere „Wirtschaft first“-Rhetorik zeigen: Unser Wirtschaftssystem steht unter massivem Druck – und mit ihm Demokratie, Menschenrechte und...

Lesen ...

Rohstoffwende jetzt: Petition teilen & unterstützen

Der hohe Rohstoffverbrauch in Baden-Württemberg hat massive soziale, ökologische und menschenrechtliche Folgen, vor allem in den Abbauländern des Globalen Südens. Die gravierenden Auswirkungen zeigt...

Lesen ...

Elternzeitvertretung mit Perspektive – Projektstelle Namibia

Wir suchen ab dem 1. Juni 2026 eine engagierte Elternzeitvertretung (100%) zur Mitarbeit an der Aufarbeitung der deutschen Kolonialvergangenheit mit Schwerpunkt Namibia. Dienstsitz ist Heidelberg....

Lesen ...

District Six – 60 Jahre Zwangsumsiedlung

Erinnerung, Rückgabeversprechen und die Kämpfe der Gegenwart Sechzig Jahre nach der formellen Erklärung von District Six zum „White Group Area“ durch das Apartheidregime ist das Viertel in Kapstadt...

Lesen ...

Neue Studie veröffentlicht: Rohstoffwende in Baden-Württemberg

3,2 Tonnen pro Person – so hoch ist der jährliche Metallverbrauch in Baden-Württemberg. Damit liegt er mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig werden im Land selbst keine...

Lesen ...

„Grüne Zukunft, koloniale Schatten – Das Wasserstoffprojekt im Kontext des deutschen Kolonialerbes in Namibia“

In einem kürzlich erschienen Fachartikel zeigen Boniface Mabanza und Marita Wagner auf, dass das grüne Wasserstoffprojekt in Namibia nicht losgelöst von kolonialer Geschichte verstanden werden kann....

Lesen ...

Demo am Tag vor der Landtagswahl – Aufstand für Anstand

  Die WÖK hat das Manifest Heidelberger Bündnis „Kein Schritt nach Rechts“ unterzeichnet und ist im AK Bildung des Bündnisses aktiv. Wir unterstützen den Aufruf...

Lesen ...

Wir machen uns auf den Weg

Ausgangslage Das Projekt „Gesellschaft zusammenbringen“ setzt bei der Frage nach den Ursachen der gesellschaftlichen Spaltung und Ungleichheit an. Als Hauptursache sehen wir wirtschaftliche...

Lesen ...

Unsere Projekte 2026 – Ihre Spende

Was lange selbstverständlich schien – ein lebendiger zivilgesellschaftlicher Raum, kritische Stimmen, Räume für Debatte – gerät zunehmend unter Druck. Und während die Herausforderungen wachsen,...

Lesen ...

Spendenaufruf: Hände weg von Shark Island – Genozid-Gedenken in Namibia unterstützen

Im Konzentrationslager auf Shark Island starben während des deutschen Genozids Tausende Ovaherero & Nama. Heute ist der Ort durch den Hafenausbau für Wasserstoffexporte nach Deutschland...

Lesen ...

Die Wohlfühlrhetorik täuscht: Was der AU–EU-Gipfel wirklich zeigt

Am 25. November ging in Luanda der zweitägige AU–EU-Gipfel zu Ende. Wie üblich bei solchen Treffen bekräftigten die Verantwortlichen beider Kontinente ihr Engagement zur Stärkung ihrer langfristigen...

Lesen ...

Pressefreiheit in Namibia und der Fall Johnathan Beukes

Namibia galt über lange Zeit als eines der Vorzeigeländer für Pressefreiheit in Afrika. Die Verfassung garantiert Meinungs- und Pressefreiheit, Gesetze wie das „Access to Information Act" stärken...

Lesen ...

Gräber der Ovaherero Chiefs in Okahandja, Namibia

Der Bund hat die Pflicht zur Kolonialismus-Erinnerung

Mehr als 40 Vereine bundesweit - darunter auch die WÖK/KASA - sowie 140 Personen aus Wissenschaft, Kultur und Forschung unterstützen den Offenen Brief, der insistiert, dass der Bund in der Pflicht...

Lesen ...

Scharfe Abschwächung des EU-Lieferkettengesetzes

Am Dienstag wurden die Trilogverhandlungen zum Omnibus-I-Paket abgeschlossen. Vertreter*innen des Europäischen Parlaments, der EU-Kommission und des EU-Rats haben einen finalen Kompromisstext...

Lesen ...

BAFA-Beschwerde gegen BASF: Umweltaktivist aus Marikana fordert Verantwortung entlang der Lieferkette

  Anfang November 2025 hat der südafrikanische Umwelt- und Community-Aktivist Brown Matloko in Zusammenarbeit mit der Kampagne Plough back the fruits und dem Dachverband Kritischer...

Lesen ...

Tag der Menschenrechte

Am heutigen Tag der Menschenrechte veröffentlicht das Forum Menschenrechte einen Sammelband mit insgesamt 90 Aide-Mémoires, die in diesem Jahr von den Mitgliedsorganisationen, darunter die...

Lesen ...

Versöhnungsabkommen zum Völkermord auf der Anklagebank

Erstmals wird ein internationales Abkommen über die Aufarbeitung kolonialer Verbrechen vor einem Gericht einer ehemaligen Kolonie verhandelt. Die Ovaherero und Nama klagen gegen die „Gemeinsame...

Lesen ...

Vorerst gescheiterte Verfassungsreform in Sambia

In der ersten Jahreshälfte 2025 legte das sambische Justizministerium dem Parlament einen Entwurf für eine Verfassungsänderung vor (Bill 7) mit dem Ziel, Anpassungen am derzeitigen Wahlsystem, der...

Lesen ...

Unvollendete Versöhnung – Südafrikas langer Kampf um Wahrheit, Gerechtigkeit und Anerkennung

Südafrika gilt oft als Erfolgsgeschichte des demokratischen Übergangs. Doch im Schatten der politischen Befreiung blieb ein zentraler Bereich unvollständig: die juristische, soziale und politische...

Lesen ...

AU-EU-Gipfel in Luanda: was ist zu erwarten?

Am 24. und 25. November findet in der angolanischen Hauptstadt Luanda der siebte EU-AU Gipfel statt, auf dem auch 25 Jahre formalisierte Partnerschaft zelebriert werden soll. Die Frage, die sich...

Lesen ...

Eine gerechte Ressourcenpolitik ist möglich – 15. Entwicklungspolitische Herbstkonferenz des DEAB

15. Entwicklungspolitische Herbstkonferenz des DEAB mit Staatssekretär Dr. Andre Baumann zur neuen Rohstoff-Studie für Baden-Württemberg (Stuttgart, 20. Nov. 2025) Lithium, Kobalt und Co. -...

Lesen ...

AU-EU People´s Summit in Angola

Der 7. EU-Afrika Gipfel findet derzeit (24./25. 11.) In der angolanischen Hauptstadt Luanda statt. Dieser Gipfel soll die Partnerschaft zwischen den beiden Regionen in Bereichen Wirtschaft und...

Lesen ...

Erstes Treffen von Forum Menschenrechte mit Außenminister Wadephul

Menschenrechte und Völkerrecht sind Interesse und Verpflichtung37 Vertreter:innen von zivilgesellschaftlichen Organisationen im Forum Menschenrechte - darunter Simone Knapp für die Werkstatt...

Lesen ...

Europäische Brandmauer gefallen, Menschenrechtsschutz geopfert!

Heute wurde im EU-Parlament erneut über die Positionierung zum Omnibus-I-Paket abgestimmt – nachdem vor zwei Wochen keine Einigung über den Vorschlag des Rechtsausschusses zustande kam. Die heutige...

Lesen ...

Ungleichheit bekämpfen am Epizentrum: Was Deutschland und die EU aus dem südlichen Afrika lernen müssen

Einleitung: Ungleichheit als globale Verantwortung Die neue Studie „Tackling Inequality at its Epicentre – Eastern and Southern Africa“, erstellt von Development Finance International, zeichnet ein...

Lesen ...

Simbabwe zwischen Angst, Autoritarismus und lokaler Hoffnung

State of Peace Report Dieser Bericht ist die wichtigste zivilgesellschaftlichen Friedensstudie Simbabwes. Herausgegeben wird er von der Zimbabwe Human Rights Association (ZimRights), einer der...

Lesen ...

Ehemaliger Parlamentarier in Swasiland soll aus dem Gefängnis entlassen werden

Laut Berichten der Online Zeitung Swaziland News, soll der ehemalige Parlamentarier Mthandeni Dube die Tage freigelassen werden, nachdem der König ihn begnadigt hatte. Die Freilassung von Dube wurde...

Lesen ...

Verhandlungen ohne die Betroffenen? Versöhnung ohne Gerechtigkeit?

Trotz der späten Stunde – Freitag, 17 Uhr – war aufmerksames Zuhören statt Wochenendstimmung in der ECCHR-Kantine angesagt: Rund 50 Personen vor Ort und weitere 20 online verfolgten die...

Lesen ...

Einweihungsfeier in unserem neuen Büro

Am 11. September haben wir unser neues Büro in der Heidelberger Weststadt feierlich eingeweiht. Gemeinsam mit Freund:innen und Wegbegleiter:innen der Werkstatt Ökonomie, Mitgliedern des Vorstands,...

Lesen ...

Stimmen der Gerechtigkeit aus Namibia

Bericht eines bewegenden Abends voller Musik, Geschichte und Widerstand Schon beim Eintreten war spürbar: Dieser Abend wird etwas Besonderes. Am 14. Oktober war der Saal im Port 25 so voll, dass...

Lesen ...

Einladung zum Workshop-Tag "Gesellschaft zusammenbringen" am 22.11. in Frankfurt

Der Workshop möchte Wege aus der aktuellen, vielseitigen Krisensituation aufzuzeigen, die wir gemeinsam gehen können. Ziel ist ein gutes Leben für alle. Um den Ansatz „Gesellschaft zusammenbringen“...

Lesen ...

Über 210.000 Menschen fordern Erhalt des Lieferkettengesetzes!

Die Petition der Initiative Lieferkettengesetz zum Erhalt des Lieferkettengesetzes und EU-Lieferkettenrichtlinie hat über 210.000 Unterschriften erhalten. Gemeinsam mit Gewerkschafter*innen und...

Lesen ...

Anti-Apartheid-Aktivistin Ursula Trautwein verstorben

Mit den Frauen für Gerechtigkeit, den ehemaligen Boykottfrauen, war sie 1996 Mitbegründerin der KASA.  Ursula Trautwein starb am 27. September im Alter von 92 Jahren. In den 1970er Jahren...

Lesen ...

Ankündigung: Speakers Tour im Oktober zu Namibia

Im Oktober wartet eine Reihe spannender Veranstaltungen zu Namibia auf euch. Zum einen sind wir von der Werkstatt Ökonomie Kooperationspartner der Attac Deutschland Speakers Tour „Grüner...

Lesen ...

Rohstoffgerechtigkeit: Simbabwe im Lithiumrausch

Um es mit den Worten des Referenten Zacharia Grant auszudrücken: „Wir bedanken uns herzlich für die erfolgreiche Ausrichtung der gestrigen Veranstaltung. Besonders beeindruckt hat uns die...

Lesen ...

Afrika neu denken 2025

Gerade in Zeiten, in denen viele Diskussionen über Afrika noch stark von außen und oft von Hilfs‑, Kolonial‑ und Armutslogiken geprägt sind, ist es wertvoll, Perspektiven zu verschieben und...

Lesen ...

GERD: Ein Projekt mit Signalwirkung?

Am 09. September2025 hat Äthiopien den Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) feierlich in Betrieb genommen. GERD wird von vielen Beobachter:innen auf dem afrikanischen Kontinent als ein...

Lesen ...

SADC People´s Summit auf Madagaskar

Der diesjährige Gipfel der Staats- und Regierungschef:innen der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC) fand in diesem Jahr vom 16. bis 17. August auf Madagaskar statt. Gemäß den...

Lesen ...

Solidaritätsbewegungen früher und heute

Podcast der informationsstelle südliches afrika e.V. In dieser Folge wird Simone Knapp von der Werkstatt Ökonomie/Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA) bei uns zu Gast sein. Wir wollen...

Lesen ...

Der Stand der Debatte um ein Grundeinkommen in Südafrika

Neuer Wind nach der SONA-Rede von Präsident Ramaphosa Die Debatte über ein Grundeinkommen in Südafrika hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der zentralen sozialpolitischen Themen des Landes...

Lesen ...

Veranstaltungen

Weltkirche und koloniale Strukturen.
21. März 10.00 Uhr - 21. März 2026 17.00 Uhr, St. Virgil, Ernst-Grein-Straße 14, 5026 Salzburg,

China und der Globale Süden.
Forum im Rahmen der Konferenz „China und Wir. Perspektiven für Frieden, Menschenrechte und sozial-ökologischer Umbau.“ 22. März 09.30 Uhr - 22. März 2026 11.00 Uhr, Universitätsstr. 37, 50931 Köln

Wen kümmerts? - Genozide des 20. Jahrhunderts und die Rolle Deutschlands
27. März 19.00 Uhr , Karlstorkino Heidelberg

Warum Klimagerechtigkeit eine Zukunftsfrage für alle ist
23. Apr. 16.15 Uhr - 23. Apr. 2026 20.00 Uhr, Universität Freiburg, Aula

Lieferkettengesetz: konzeptuelle Debatten und zivilgesellschaftliche Erfahrungen. Wo stehen wir heute?
30. Apr. 14.00 Uhr - 30. Apr. 2026 16.30 Uhr, Online

Unsere Netzwerke und Unterstützer

  • fair_toys_organisation.png
  • ems.jpg
  • evang_kirche_in_baden.jpg
  • cora-netzwerk.png
  • eine-welt-promotorinnen-programm.png
  • bonhoeffer-gemeinde_hd.jpg
  • netzwerk_geldkompass.png
  • initiative_transparente_zivilgesellschaft.png
  • deab.png
  • berliner_missionswerk.png
  • ewz_heidelberg.png
  • forum_menschenrechte.png
  • evang-methodistische_kirche.png
  • plough_back_the_fruits.png
  • bistum_limburg.jpg
  • elm.jpg
  • attac.png
  • evang_kirche_in_hessen_und_nassau.png
  • BrotFuerDieWelt.jpg
  • allianz_rechtssicherheit.png
  • evang_kirchenkreis_dortmund.jpg
  • erlassjahr.png
  • evang_kirche_in_heidelberg.png
  • dachverband_kritische_aktionaere.png
  • kda_baden_mit_ekiba.png
  • zimbabwe_europe_network.png
  • gossner_mission.png
  • csm_FH_mSlogan_RGB_23d44b3954.jpg
  • misereor.jpg